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AKTUELLE EINSÄTZE:

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AKTUELL vom 27.September 2011:
Flughafen-Tower Köln: Höhenretter lassen EXPRESS-Polizeireporter hängen!

27.09.2011:

Köln - Die Hände klatschnass, ein leichtes Unwohlsein macht sich in der Magengegend breit, dann das Kommando: „Dann kletter mal über die Kante auf die Strickleiter!“

Am Dienstag probten die Höhenretter der Feuerwehr den Ernstfall am Köln/Bonner Flughafen. Mehrere Personen mussten aus dem Tower gerettet werden. Und ich, der EXPRESS-Reporter, war mittendrin.

Vom Tower am Flughafen wurde der Reporter abgeseilt.
Vom Tower am Flughafen wurde der Reporter abgeseilt.
Vom Tower am Flughafen wurde der Reporter abgeseilt.
Foto: Patric Fouad

Die größte Hürde war die Strickleiter. Verständlich, wenn man bedenkt, dass die an der Außenfassade des Towers in 52 Metern Höhe hing. Normalerweise habe ich mit Tiefe kein Problem, aber hier wurde ich doch etwas unsicher. Diese Angst versuchte Feuerwehrmann Harald mir zu nehmen: „Kann nix passieren, wenn es schiefgeht, sind wir beide dran!“

Doch als mich diese aufbauenden Worte erreichten, hing ich schon im Seil. Nur widerwillig ließ ich die Leiter los, nachdem ich am Führungsseil gesichert worden war. Von da an ging es abwärts, nicht nur am Seil, sondern auch mit dem Blutdruck. „Alles doppelt gesichert“, so Harald. Er muss es wissen, er ist Höhenretter aus Leidenschaft.

Nach einer Minute hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen. Insgesamt probten 24 Kollegen aus Mönchengladbach, Köln, Düsseldorf mit der Flughafenfeuerwehr den Ernstfall.

Hier geht es zum Video!

 

Weitere Bilder unter "SONSTIGE EINSÄTZE 2"

 

AKTUELL vom 18.Oktober 2011:
REWE-Laster rast in den Rhein - Der Fahrer (59) kann nur noch tot geborgen werden! 

18.10.2011: 

Köln - Es war früh am Morgen. Draußen war es noch dunkel, dichter Nebel stieg über dem Rhein empor. Plötzlich durchbrochen von zahlreichen, blitzenden Blaulichtern der Rettungsboote.

Unfalldrama am Fähranleger: Gegen 6.45 Uhr fuhr am vergangenen Freitag ein Lkw-Fahrer (59) auf dem Hitdorfer Fährweg ungebremst in den Rhein. Er kam vom REWE-Lager in Langel und wollte mit der Fähre auf die rechtsrheinische Seite übersetzen.

Was dann genau geschah, ist unklar. Verlor der Fahrer aus Schwelm im Nebel die Orientierung? Es gibt keine Bremsspuren auf der Rampe, die direkt ins Wasser führt. Sicher ist, dass der Mann mit dem 7,5-Tonner in den Rhein raste.

Ein Schiffskapitän hatte den Laster wenige Minuten später Richtung Worringen treiben sehen und sofort die Feuerwehr alarmiert. Kurz darauf konnten Einsatzkräfte den schwelmer Brummifahrer nur noch tot aus dem Wasser ziehen.

Das Schiff der Bayer-Werksfeuerwehr hatte inzwischen den Lkw auf dem Rhein gesichtet, sofort reagiert und ihn mit dem Schiffsbug in den Worringer Hafen geschoben. Dort wurde das Wrack mit Seilen durch Feuerwehrtaucher gesichert.

Erst am Nachmittag gelang es, den Laster ein Stück weit auf ein Bergeschiff zu ziehen, so dass das Unfallfahrzeug auf dem Wasser nach Mülheim gebracht und sichergestellt werden konnte.

Die Unfallermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Für den Einsatz war der Rhein für die Schifffahrt für zwei Stunden gesperrt.

Hier geht es zum Video!

  

Weitere Bilder unter "UNFALLEINSÄTZE 2"

 

AKTUELL vom 09.November 2011:
Buchtipp: "Seine Toten kann man sich nicht aussuchen" von Polizistin Janine Binder!

09.11.2011:

Köln - Sie ist 1,58 Meter groß, zierlich, blond und seit 13 Jahren bei der Kölner Polizei – Janine Binder (29). Über ihre Einsätze und Erfahrungen hat die Kriminalkommissarin jetzt ein Buch geschrieben.

Darin verarbeitet sie ihre Einsätze, ihre täglichen Erlebnisse, die schrecklichen und die schönen Bilder, die sie bei ihren Einsätzen zu sehen bekommt.

Zum Beispiel als ein Mann sich von einer Autobahnbrücke stürzte und dabei von einem Laster frontal getroffen wurde. Der Selbstmörder war über die komplette Fahrbahn verteilt und während sie den Unfall aufnehmen und damit klarkommen musste, meckerten wartende Autofahrer sie an, weil sie die Autobahn nicht freigab. Bis Janine Binder auf die Leichenteile auf dem Asphalt zeigte. "Mit der Leiche hatte ich kein Problem, aber mit der verständnislosen Reaktion des Autofahrers, als ich versuchte meiner Arbeit nachzugehen", erzählte die Polizisten im EXPRESS-Interview.

Mindestens genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer war aber ein anderer Einsatz. Sie und ihr Kollege wurden zu einer hilflosen Person gerufen und mussten feststellen, dass es sich dabei um eine alkoholkranke Frau handelte, in deren total verwahrloster Wohnung noch die vierjährige Tochter leben sollte. "Ich rechnete schon mit dem schlimmsten, als ich durch die dreckige Wohnung ging. Überall lagen Scherben von kaputten Bierflaschen und Kot. Ich dachte, ich würde gleich eine kleine Kinderleiche finden. Während die Mutter mit einer blutenden Kopfwunde und sternhagelvoll im Flur lag." Als sie die Kleine in einem Zimmer fand, fragte das Mädchen die Polizistin: „Bist Du ein Engel?“ Und Janine Binder antwortete mit "Ja, komm mit, ich bring Dich an einen schöneren Ort!"

Nach solchen Einsätzen braucht auch die erfahrene Polizisten erst einmal ein paar Minuten, um sich zu sammeln und einen der "Not-Schokoriegel", die sie immer dabei hat. Der ersetzt ihre "Not-Zigarette", seitdem sie mit dem Rauchen aufgehört hat.

Aber ihr Buch zeigt auch die witzigen und fröhlichen Seiten des Berufs. Zum Beispiel einen Einsatz auf der A1. "Da war ich bei der Autobahnpolizei, als die Meldung reinkam, dass rund 400 Schaffe auf der Autobahn stehen. Stundenlang versuchten meine Kollegin und ich die bockigen Tiere von der Fahrbahn zu bekommen, ohne Erfolg. Ich habe die Viecher gehasst. Bis ein Kollege die rettende Idee hatte (ich hätte nie gedacht, dass das klappt). Wir fingen ein Lämmchen ein, ich nahm es mit in den Streifenwagen, setzte es auf meinen Schoß, machte die Außenlautsprecher an und ließ es „mähen“. Und tatsächlich folgte die Herde dem grün-weißen Riesenschaf. Problem gelöst."

Geboren und aufgewachsen ist die quirlige Polizistin in Aachen, in einer eher ländlichen Gegend und schon als Kind war ihr klar „Ich will nach Köln“. Eigentlich wollte sie Lehrerin werden, doch dann kam alles ganz anders. "Das mit dem Abitur hatte nicht so geklappt wie ich wollte. Also habe ich mich überall mal beworben, unter anderem auch bei der Polizei. Als dann der Berater bei mir vorbeikam und sich über mich und meine Größe lustig machte, wollte ich erstrecht zeigen, dass ich das draufhabe. Na ja und ein bisschen Lehrerin bin ich ja jetzt auch. Ich habe nur andere Mittel mich durchzusetzen", sagte sie lachend.

Und genau das stellt sie seit ihrem sechzehnten Lebensjahr unter Beweis. Sie fuhr auf Streife bei der Autobahnpolizei, arbeitete auf der Wache Chorweiler und die restlichen Jahre war der Stadtteil Porz ihr Revier.

"Köln ist einfach toll. Ich mag die Stadt und die emotionalen Menschen. Oft muss man sich als Polizistin in Köln zwar auch beschimpfen lassen, gerade von Jugendlichen. Aber da stehe ich drüber. Man muss mit seiner Klientel nur richtig umgehen." Ihre Dienstwaffe musste die 29-Jährige bisher nur einsetzen, um angefahrenes Wild zu erlösen. Auf Menschen musste sie noch nie schießen.

Ihren dennoch mehr als spannenden Alltag beschreibt sie in den 224 Seiten ihres Taschenbuchs "Seine Toten kann man sich nicht aussuchen". Es ist spannend und witzig geschrieben und bietet einen tollen und umfassenden Einblick in die täglichen Herausforderungen einer Kölner Polizistin, die ihre Stadt und die Arbeit mit den Kölnern liebt. Der Leser hat das Gefühl mit Janine Binder auf Streife zu fahren und die Einsätze mitzuerleben. Durch dieses Buch lernt man die Beamten mit anderen Augen zu sehen. Es kostet 8,99 Euro und ist ab jetzt im Handel.

Die junge Frau und ihr Lebensgefährte bauen sich gerade ein Haus im Kölner Umland, in das sie mit ihrer Katze einziehen wollen. Seit dem 1.September ist Janine Binder bei der Kölner Kripo. Im Kriminalkommissariat 51 kümmert sie sich um generelle Kriminalität in Köln. Genug Stoff und Ideen für ein zweites Buch hat sie jetzt schon. (EXP, CR)

 

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